Neues Rathaus | Dr.-Külz-Ring 19 | 01067 Dresden
+49 351 488 1050
afd-fraktion@dresden.de

OB Hilbert verschließt Augen vor Dresdens wahren Problemen – SZ-Interview auf Grundlage falscher Statistikinterpretation

In einem Interview mit der Sächsischen Zeitung spricht Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert heute davon, dass die Stadt in Bezug auf Rechtsextremismus „höllisch aufpassen“ müsse. Er bezieht sich dabei auf Ergebnisse der Kommunalen Bürgerumfrage 2020. Zudem gibt Hilbert den Dresdnern eine Mitschuld an den Bombenangriffen von 1945 und spricht lediglich von einem „Mythos der unschuldigen Stadt“, da in Dresden mit die ersten Bücherverbrennungen stattfanden. An anderer Stelle vergleicht der Oberbürgermeister Dresden mit der marokkanischen Hauptstadt Marrakesch.

Der Vorsitzende der AfD-Stadtratsfraktion Wolf Hagen Braun nimmt dazu wie folgt Stellung:

„Wenn man die aktuelle Situation in Dresden betrachtet, tun sich ganz andere, gravierendere Probleme auf. Wenn OB Hilbert mit offenen Augen durch die Stadt geht, sollte er erkennen, in welch desaströser Lage sich die Dresdner Wirtschaft momentan befindet. Händler räumen bereits ihre Läden, ganze Branchen streiken und bangen um ihre Existenz. Hier muss Herr Hilbert mit wirksamen Strategien aufwarten. Eine Geisterjagd auf ein medial herbeifabuliertes Phänomen ist unangebracht. Dass er den Abwurf von Phosphorbomben auf Menschen mit brennenden Büchern gleichsetzt, ist schockierend. Dresden war zu diesem Zeitpunkt bekanntlich eine unverteidigte, mit Flüchtlingen überfüllte Lazarettstadt. Einzig seiner Aussage, dass in den Straßen Marrakeschs eine andere Lebensphilosophie herrsche als in einer gutbürgerlichen Straße in Deutschland, stimme ich voll und ganz zu.“

Im Einleitungstext zum Interview behauptet die Sächsische Zeitung u.a., Rechtsextremismus und Pegida seien „der Hauptgrund für Wegzüge aus Dresden“. Das ist schlichtweg falsch. Nur 4 % der Befragten nannten diesen Grund für ihre Wegzugsabsicht aus Dresden. Tatsächlich gab die Mehrheit der Befragten (49 %) berufliche Gründe für ihren Wegzug an (siehe Kommunale Bürgerumfrage 2020, Tabellenteil, S. 41). Es ist jedoch verständlich, dass Journalisten angesichts einschneidender Sparmaßnahmen in den Redaktionen keine Zeit haben, ausführlich zu recherchieren und den 350-seitigen Tabellenteil der Kommunalen Bürgerumfrage auch zu lesen.

image_pdfimage_print
Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial